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Aktuelles zu COVID-19

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Aktuelles zu COVID-19

COVID-19 (Coronavirus Disease -19): Traditionelle Chinesische Medizin einschließlich Akupunktur zur Linderung – ein Bericht aus Wuhan, Hubei Provinz in China – NCBE – NJH Gerhard Litscher und Fengxia Liang

Etwas Wichtiges vorab: mit Akupunktur wird man COVID -19 nicht heilen können. Dennoch scheint es angebracht, über die Möglichkeit einer Linderung der Symptome, wie es derzeit in Wuhan praktiziert wird, in einem Akupunkturjournal zu berichten.

„Coronavirus Infektionen in China nehmen weiterhin täglich tausendfach zu und veranlassen Epidemiologen abzuschätzen, wann der Ausbruch seinen Höhepunkt erreichen wird. Einige mutmaßen, dass die Spitze der Neuinfektionen jetzt (Ende Februar 2020) eintreten wird. Andere sagen, dass es noch Monate dauern wird und dass das Virus zuerst Millionen – oder nach einer Schätzung Hunderte von Millionen – Menschen infizieren wird.“1

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) wird seit hunderten von Jahren auch zur Vorbeugung und Linderung von Epidemien eingesetzt. Die Pockenprävention in China war eine epochale Initiative in der Geschichte der Human Präventivmedizin das „National Health Committee“ in China hat mehrere Ausgaben des „Diagnose – und Behandlungsplans“ für die neuartige „Coronavirus minus Pneumonie (NCP)“ (nach WHO: Covid-19) herausgegeben. Der Plan liegt voll und ganz Wert auf die Diagnose und Behandlung der integrierten Traditionellen Chinesischen und Westlichen Medizin, leitet die klinische Behandlungsarbeit effektiv, betont insbesondere die Rolle der Chinesischen Medizin, und richtet ein Konsultationsystem für die integrierte traditionelle chinesische und westliche Medizin ein. Im ganzen Land würde in China eine Behandlung von COVID-19 mit integrierter Chinesischen und westlichen Medizin durchgeführt. Es gibt auch spezialisierte wissenschaftliche Forschungseinrichtungen Krankenhäuser und Unternehmen, die gemeinsam eine online Konsultation von TCM ExpertInnen für COVID-19 PatientInnen durchführen.

Anwendung von TCM

Die Behandlung nach dem „Nationalen Plan“ leitet die klinische Praxis der TCM Behandlung so früh wie möglich ein, reduziert Fieber, verbessert rechtzeitig und effektiv Husten –, Asthma – und Magen-Darm -Symptome und verbessert die Heilungsrate. Die Kombination von TCM und westlicher Medizin kann Symptome von Patientinnen mit leichtem NCP wirksam lindern. Bei mittelschweren und schweren Verläufen kann die integrative Behandlung die Lungenexsudation verringern und die weitere Entwicklung der Krankheit hemmen.

Anwendung von Akupunktur und Moxibustion

Obwohl einige Untersuchungen gezeigt haben, dass Moxa antivirale Bestandteile enthält, wird der Einfluss von Rauch berücksichtigt, wenn er in der geschlossenen Umgebung der Isolationsstation verwendet wird, so dass Akupressur Anwendung, pressen von Kugeln (Samen) auf Ohrakupunktur und Massage usw. in der Praxis jedoch weiter verbreitet sind als manuelle Nadelakupunktur.
Die Akupunkturtherapie kann Symptome wie Appetitlosigkeit, Husten, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen der COVID -19 -Patientinnen wirksam verbessern.2

Artikel Information:
Akupunktur & Aurikulomedizin :2020: 46(1), 9-10
Published online 2020 Mai 19 . German.Doi:10.1007/s15009-020-5640-x
PMCID:PMC7149252

Literatur:
1 Cyranoski D. Nature News. 2020. When will the Coronavirus outbreak Peak?
2 Lu P., Wang S., Tang Z., Feasibility analysis of early Intervention of Moxibustion in the Prävention and Treatment of Nobel Coronavirus pneumonia.
Acta Chinese Medicine 2020:19:1-12

Am 16. September 2020 wurde in der Zeitschrift Chinesische Medizin der folgende Artikel publiziert:

Retrospektive auf die Prävention und Therapie von Covid-19 mit Chinesischer Medizin in China von Hui Zhang (Åbyhøj, Dänemark), Lu Luo (Beijing), Zhi Qing Liu (Chengdu), Hui Xie(Chengdu)

Abstract: Die Chinesische Medizin hat im Kampf gegen Covid-19 in China eine wichtige Rolle dabei gespielt, die Symptome zu lindern, eine Weiterentwicklung von der leichten oder üblichen zur schweren Form zu reduzieren, die Genesungsrate zu steigern, die Mortalität zu senken und die Rekonvaleszenz zu fördern. Dieser Artikel geht auf die Krankheitsagenzien und -mechanismen der Krankheit ein und schildert, welche Phasen und Formen differenziert werden. Auf dieser Basis werden die Ergebnisse von einigen bereits veröffentlichten chinesischen Studien zusammengefasst, die zur Behandlung von Covid-19 mit Chinesischer Medizin in Kombination mit westlicher Medizin durchgeführt wurden. Die Autoren gehen näher auf die empfohlene Behandlung mit Akupunktur und klassischen Rezepturen ein. Sie beschreiben verschiedene Maßnahmen, die in den staatlichen Behandlungsplänen zur Prävention vorgeschlagen werden. Für die Phase der Rekonvaleszenz werden neben Akupunktur, Moxibustion und Phytotherapie auch chinesische Bewegungstherapien empfohlen.1

1 Chin Med 2020;35:129–142

Kürzlich wurden TCM-Behandlungsempfehlungen zu Covid-19 vom National Health Committee of the People’s Republic of China als Übersetzung in Deutsch publiziert:

TCM Behandlungsempfehlung zu Covid-19 (Deutsch)

In dieser Publikation wird der Einsatz verschiedener chinesischer Rezepturen in verschiedenen Erkrankungsphasen der Patienten abgewogen, entsprechend der Erfahrungen während der Covid-19-Epidemie in China.

Im August 2020 wurde in der Zeitschrift Qi 3/ 2020 ein Interview mit Gerd Wiesemann zu COVID-19 publiziert.

Herr W. vertritt die Meinung, dass SARS-CoV-2 ein epidemisches Pathogen ist, welches in einer klimatisch feuchten Zone ausgebrochen ist und neben heftigen und kritischen Verläufen bei manchen Patienten keine oder nur sehr milde Verläufe in Abhängigkeit von der jeweilig vorhandenen Körperkraft zeigt.

Bei vielen PatientInnen führt unter anderem die Feuchtesymptomatik zu folgenden Symptomen:

Extreme Müdigkeit, Bauchdruck, -schmerz, Übelkeit und Durchfall, sowie geschwollener Zunge mit dickem, schmierigem, fettigem Belag.

Er kommt zu dem Schluss, dass der Grund warum junge, körperlich fitte Menschen ohne Vorerkrankungen teils heftig erkrankten und sogar verstarben der ist, dass beispielsweise Sportler zwar nach außen oftmals kraftvoll aussehen, jedoch täglich an oder über ihre Grenzen hinaus gehen. Auch extreme Arbeit, wie Nachtarbeit oder die äußerst anstrengende Tätigkeit der Ärzte und des Pflegepersonals verbunden mit dem häufig einhergehenden erhöhten Kaffee-, Nikotin- und Alkoholkonsum nicht förderlich für einen gesunden Körper sind.

Deshalb empfiehlt er zur Gesunderhaltung und Prophylaxe:

  • viel Bewegung an frischer Luft
  • gute, vitaminreiche,  unverarbeitete Nahrungsmittel
  • regelmäßige Bewegung ohne Überlastung
  • regelmäßige Entspannung um ausgeglichen und in Harmonie zu sein, er empfiehlt zum Beispiel Meditation, bewusste Atmung und ausreichenden Schlaf
  • Selbstfürsorge durch ausreichende körperliche und geistige Hygiene, aktuell auch durch ausreichenden Abstand zu anderen.

Zur wertvollen Ernährung werden frische, saisonale, lokale, einheimische, nicht belastete Nahrungsmittel empfohlen, die einer energie- und kalorienreichen Nahrung vorgezogen werden sollte, da diese das Verdauungssystem lediglich belastet. Die Nahrung  sollte regelmäßig, am besten zur gleichen Uhrzeit, nicht zu spät am Abend eingenommen werden. Je früher die letzte Nahrungsaufnahme, umso besser. Jeder Bissen und jeder Schluck Flüssigkeit sollte 108 Mal gekaut werden.

Die Händehygiene sollte ebenso wie eine Mundhygiene für sehr wirkungsvoll angesehen werden, denn eine befeuchtete Schleimhaut durch Trinken und Gurgeln bildet ein weiteres wichtiges Hindernis für jedes Pathogen. Werden dem Gurgelwasser entsprechende Kräuter zugefügt, ist dies zumindest nicht schädlich.

Im Mai 2020 hat die Internationale Gesellschaft für Chinesische Medizin E.V. Societas Medicinae Sinensis (SMS) ebenfalls zum Thema folgendes publiziert:

Mögliche Therapiestrategien von COVID-19 Erkrankungen mit chinesischen Behandlungsmethoden wissenschaftliche Erkenntnisse.1

Angesichts der schweren Corona-Virus-Pandemie und der in nächster Zeit noch nicht absehbar verfügbaren kausalen Therapie (Impfung, antivirale Medikamente) ist es von großer Bedeutung zu wissen, was die Chinesische Medizin zur Behandlung von Covid-19 zu bieten hat.

Es wurden die Therapiemöglichkeiten, die die Chinesische Medizin Covid‐19 Erkrankten bieten kann, möglichst vielen Fachtherapeuten und damit Betroffenen zugänglich und praktisch nutzbar gemacht. Unter Berücksichtigung der Realisierbarkeit sind vor Allem die Behandlungsvorschläge für chinesische Arzneimitteltherapie auf ambulante und frühklinische Erkrankungs‐ bzw. Therapiephasen beschränkt. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, handelt es sich dabei um die kritische Zeit, in der sich entscheidet, ob Patienten einen schweren Verlauf der Erkrankung mit Ateminsuffizienz erleiden oder ob dieser vermieden werden kann. Gerade in dieser prognostisch entscheidenden Phase sind wir als Therapeuten der Chinesischen Medizin in der Lage, entscheidend zu helfen. Ein besonderer Hinweis gilt den Änderungen, die sich aus aktuellem Anlass auf die zunehmend wichtige Bedeutung von Xue‐Stasen beziehen.

Haftungsausschluss: In diesem Dokument geben die Autoren veröffentlichte Behandlungserfahrungen aus fremden Quellen weiter und stellen einem Fachpublikum Therapiemöglichkeiten

1 www.tcm.edu/tcm-covid-19/

Im Februar 2020 wurde bereits in der Fachzeitschrift Naturmed ein Beitrag von Prof. Dr. Gunter Neeb publiziert zum Thema: „Coronaviren mit Chinesischer Medizin behandeln.“

In dem Fachartikel geht er darauf ein, dass es bereits früher Coronaviren bei uns gab. Coronaviren zirkulieren regelmäßig bei uns im Winter und verursachen gewöhnlich eher milde Atemwegsinfekte, wie ein Artikel in der Fachzeitschrift „Science“ zu berichten weiß.1 Dort wird auch von Experten vermutet, dass die geschätzte Mortalitätsrate von 2,3 % der gemeldeten Fälle überschätzt wurde, weil die meisten Fälle aufgrund der geringen Symptome unentdeckt verlaufen.

Prof. Neeb geht unter anderem darauf ein, dass kleine Kinder unter neun Jahren selten infiziert werden. Prädestiniert dafür einen schweren Verlauf zu erleiden sind eher Menschen über dem 80. Lebensjahr und geschwächte Patienten mit Herz- oder Lungenerkrankungen.

Prof. Dr. Gunter Neeb kommt zu dem Schluss, dass TCM-Therapeuten verschiedene chinesische Arzneimittel gegen Coronaviren einsetzen können. Er empfiehlt betagten Patienten, zu Beginn der Infektsaison prophylaktisch immun stärkende Arzneien wie z.B. Huang Qi (Astragalus) oder ähnliche Milz-Qi-Arzneien zu verschreiben. Auch Chuan Xin Lian (Hb. Andrographitis) wird als ein nachweislich sehr geeignetes Arzneimittel beschrieben, um das Immunsystem zu steigern. Es ist bei viralen Erkältungskrankheiten daher sehr effektiv. Deshalb besorgen es sich viele Patienten für ihre betagten Angehörigen, um sie vor den Infekten zu schützen.

Zhang Boli, mittlerweile der nationale Experte Chinas2, ist zur Coronavirus-Epidemie nach Wuhan gereist, um dort mit traditioneller chinesischer Arznei bei der Bekämpfung der Epidemie beizutragen, wie Herr Prof. Dr. Neeb per Mail mitteilte.

Die beste Lösung gegen Coronavirus: Schulmedizin + chinesische Kräuter

Neunzig Prozent aller Patienten in Wuhan bekommen also das Beste aus beiden Welten zur Behandlung. Während der erste der vier Ärzte, Dr. Li Wenliang im Wuhan-Krankenhaus zur Behandlung Antibiotika, Cortison und fiebersenkende Arzneien erhielt und nach seinem Tod eine von Schleim verklebte Lunge aufwies, wurden danach seine drei Kollegen sowohl mit TCM als auch Schulmedizin behandelt. Zwei sind inzwischen vollständig genesen, und beim Dritten besteht schon starke Besserung.4 Auch die Bevölkerung kombiniert diese beiden Ansätze. Daher werden die beiden „Schlager“ beim SARS-Ausbruch, Jin Yin Hua und Lian Qiao vermutlich auch dieses Jahr wieder einen Engpass beim Verkauf in Europa erleben, da viele Haushalte in China den Markt dort geleert haben werden.

Haben unsere deutschen Patienten also das Nachsehen?

Keineswegs, denn es gibt viele alternative Arzneien, wie Prof. Dr. Neeb sie in Infektiologie- und Shang Han Lun-Vorlesungen vorgestellt hat. Alle wirken immunologisch. Phagozytose fördernd wie Bu Gu Zhi (Psoralea), T-Lymphozyten-steigernd wie Nü Zhen Zi (Ligustri), Interleukin-II steigernd wie Bai hua She She Cao (Oldenlandia), allgemeine Antikörperproduktion anregend wie Sheng Di Huang (Rehmannia), oder Interferonproduktion steigernd wie Bai Bian Dou (Lablab) oder Huang Qi (Astragalus); und auch bei bakteriellen Infekten Leukozytenbildung fördernde Arzneien wie Rou Gui (Cinnamomum), das ist keine Hexerei.

Diese zur Prophylaxe geeigneten Arzneien, können aber – bei zu hoher oder zu langer Anwendung – ebenfalls zu Problemen führen, wie beispielsweise zu Durchfall, wenn es die Milz verletzt; Huang Qi kann durch seine unverdauliche Stärke beim Fehlen der bestimmter Anteile der Darmflora zu Blähungen führen und andere Nebenwirkungen. Daher stimme ich mit der Aussage meines Lehrers überein: Eine präzise Diagnose nach der Chinesischen Medizin mit maßgeschneiderter Syndromdifferenzierung ist viel effektiver als „der Anzug von der Stange“, wie die pauschale Einnahme der jeweiligen Einzelarzneien.

Fazit: Es ergeht uns auch in Europa bei der Coronavirus-Epidemie 2020 wie unseren Kollegen in China 2003:

Wenngleich ein Impfstoff noch weit weg ist – wer die Krankheitsmuster zu erkennen weiß – kann mit der TCM bereits den Menschen helfen, bevor sie im Krankenhaus symptomatische Hilfe unserer Kollegen dort erfahren. Altes Erfahrungswissen mit moderner Forschung: Das Beste aus beiden Welten ist auch auf der ganzen Welt das Beste.

1 https://www.the-scientist.com/news-opinion/why-some-covid-19-cases-are-worse-than-others-67160?

2 http://english.cctv.com/2020/02/19/ARTIoWu6OVThnFAfQFANNmaE200219.shtml und http://german.xinhuanet.com/2020-02/19/c_138796998.htm

3 https://de.wikipedia.org/wiki/Kalmegh

4 https://news.sina.com.cn/o/2020-02-27/doc-iimxxstf4754784.shtml und https://m.youtube.com/watch?v=AE1aoWg7MSY&feature=youtu.be

Aktuelle Informationen zum Thema Coronavirus finden Sie auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts
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